Operative Herausforderungen für On-Demand-Verkehre bewältigen

Operative Herausforderungen im On-Demand Verkehr bewältigen

In den letzten Jahren haben immer mehr Kommunen erkannt, dass On-Demand Verkehre die ideale Ergänzung zum öffentlichen Personennahverkehr sind. Viele kommunale Träger arbeiten daher bereits mit Unternehmen wie CleverShuttle zusammen, um gemeinsam den Verkehr zu reduzieren.

Diese Zusammenarbeit wird langfristig aber nur erfolgreich sein, wenn der Aufgabenträger und die Kunden zufrieden sind. Beide bringen spezifische Erwartungen mit. Die Fahrgäste legen Wert auf eine kurze Wartezeit und hohe Verfügbarkeit bei günstigen Preisen. Der Aufgabenträger will vor allem zufriedene Kund*innen. Dabei muss das Angebot aber auch eine hohe Verkehrsleistung erbringen und möglichst wirtschaftlich sein.

Der wichtigste Hebel, um diese Ziele zu erreichen, ist der operative Betrieb.

Herausforderungen: FahrerInnen, Fahrzeuge und Nachfrage

Der operative Betrieb bringt einige Herausforderungen mit sich. So entfallen etwa 50 % aller Kosten im operativen Betrieb auf die Fahrer, deren Einsatz zudem durch viele Normen und Gesetze reguliert ist. Sie alle bringen auch eigene Lebensentwürfe mit, die bei der Schichtplanung berücksichtigt werden müssen. Während eine Fahrerin beispielsweise nur nachts fahren will, muss ein anderer Fahrer vielleicht das Kind von der Kita abholen.

Die Investitionen in Fahrzeuge belaufen sich auf etwa 25 % der Gesamtkosten, wobei neben der Anschaffung auch Nebenkosten wie beispielsweise die Stellplätze berücksichtigt sind. Ausfälle von Fahrzeugen, z.B. durch Unfälle oder Pannen sind im Betrieb unvermeidlich, sollten aber so gering wie möglich ausfallen, um die Qualität der Dienstleistung zu erhalten. Der kurzfristige Ausfall eines Fahrzeugs kann häufig nicht einfach und unmittelbar kompensiert werden, aufgrund der hohen Investitionskosten sollte die Zahl von Backup-Fahrzeugen dabei aber so gering wie möglich sein. Ein Hauptproblem vor allem bei E-Fahrzeugen ist die Einflottungsdauer, die von der Bestellung bis zur Inbetriebnahme bis zu sieben Monate betragen kann. Umso wichtiger ist es, stets die aktuellsten Informationen im System zu haben. Nur mit diesem hohen Verwaltungsaufwand kann gewährleistet werden, dass Reparaturen schnell durchgeführt und negative Auswirkungen auf die Planungen minimiert werden.

Wie diese Planungen konkret aussehen, hängt von der Nachfrage ab, die bei Bedarfsverkehren jedoch äußerst volatil ist und je nach Tageszeit oder Jahreszeit variiert. Beginnt es beispielsweise plötzlich zu regnen, steigt auch die Nachfrage an.

Am Anfang steht die gute Planung

Der erste Schritt zur Bewältigung dieser Herausforderungen ist eine gute Schichtplanung. Ein kosteneffizienter Betrieb bei hoher Kundenzufriedenheit ist nur möglich, wenn die Anzahl der Fahrzeuge und Fahrer auf die Nachfrage ausgerichtet ist. So gewährleistet man eine gute Auslastung und stellt parallel eine gute Verfügbarkeit mit kurzen Wartezeiten sicher. Aufgrund der volatilen Nachfrage ist dies allerdings nur mit verlässlichen Prognosen möglich, die anhand des Wetters oder saisonaler Trends getroffen werden und vor allem auf Daten und Erfahrungen basieren.

Entspricht die Schichtplanung nicht der Nachfrage, kann das gravierende Folgen haben. Mit zu wenigen Fahrzeugen auf den Straßen spart man zwar vielleicht Kosten, angesichts langer Wartezeiten sinkt aber die Kundenzufriedenheit. Zu viele Fahrzeuge auf den Straßen haben hingegen den gegenteiligen Effekt.

Einsatzoptimierung: Vom guten Plan zur effizienten Umsetzung

Der nächste Schritt ist die effiziente Umsetzung der „guten“ Planung. Betrachtet man eine Schicht über acht Stunden, beginnt und endet diese mit einer sogenannten Rüstzeit. In dieser holt der Fahrer zum Beispiel den Schlüssel, reinigt das Fahrzeug und überprüft es auf Schäden. Da hier kein Fahrgast befördert werden kann, diese Zeit aber bezahlt werden muss, muss die Rüstzeit minimiert werden. Ähnliches gilt auch für die Anzahl der Unterbrechungen während einer Schicht. Bereits vor einer Unterbrechung oder dem Schichtende ist das Fahrzeug nicht mehr für Buchungen verfügbar, da es noch zum Stellplatz bewegt werden muss. Die gesetzliche Pausenzeit selbst ist unproblematisch, da sie unbezahlt ist und beispielsweise zum Zwischenladen genutzt wird.

Erhöhen lässt sich die Produktivität durch ein Zusammenspiel aus einer aktiven Steuerung und gut geschulten Mitarbeitern, die optimierte Prozesse und Tools zu nutzen wissen. So lassen sich die Rüstzeiten durch Tools wie schlüsselloses Öffnen reduzieren. Eine optimierte Pausenplanung und Lademangement minimieren die Anzahl der Unterbrechungen, sodass das Fahrzeug fast durchgehend buchbar bleibt und die aktive Steuerung des Betriebes garantiert, dass auf unvorhergesehene Probleme schnell reagiert werden kann und die Umsetzung der Planung.

Der Schlüssel zum Erfolg: Motiviertes Personal

Die Schlüsselrolle nimmt der/die Fahrer*in als Gesicht des Unternehmens ein. Dabei gilt, dass motivierte Fahrer*innen besser arbeiten. Sie bieten dem Fahrgast eine bessere Dienstleistung, sind produktiver und seltener krank. Besonders wichtig für die Motivation der Fahrer*innen sind klare Strukturen und Verbindlichkeit, die ihnen Planungssicherheit geben, wie zum Beispiel eine langfristige Schichtplanung. Grundsätzlich sollte man die Fahrer stets auf dem Laufenden zu halten, da sie so wertgeschätzt werden und auch den Kunden Rede und Antwort stehen können. Dabei hilft ihnen auch eine gute Schulung, dank der sie Prozesse verinnerlicht haben und Sicherheit gegenüber den Kunden auszustrahlen.