Swapping für eddy

Swapping für eddy

Unser Akkutausch-System für das Roller-Sharing-Angebot in Düsseldorf

Hört man das Wort „CleverShuttle“, denkt man an Ridepooling. Genau das ist unsere Kernkompetenz: Wir bringen On-Demand-Verkehre in Städten und Kommunen effizient auf die Straße, damit sie langfristig erfolgreich werden. Unsere operative Expertise kommt aber auch jenseits von On-Demand-Verkehren zum Einsatz. Und zwar zum Swapping.

Was ist Swapping? Swapping (oder „tauschen“) ist der Prozess des Batterie-Tauschs bei Elektroroller-Sharing-Angeboten. Egal ob free-floating oder stationär, die E-Roller müssen für Kund:innen jederzeit aufgeladen zur Verfügung stehen. Dafür wechseln Serviceteams – die sogenannten „Swapper“ – die leeren Akkus der E-Roller durch volle aus, sobald der Ladestand unter einen bestimmten Wert fällt.

Swapping mag sich simpel anhören, ist in der Praxis aber nicht ganz einfach: Die Anzahl und Arbeit der Swapper:innen müssen genau auf die Anzahl an Rollern, den Runterlauf der Akkus sowie auf eventuelle Wartungs- und Reparaturaufgaben abgestimmt sein, sodass der Großteil der Roller-Flotte zu jederzeit fahrbereit und für Kund:innen buchbar ist. Gleichzeitig ist es sinnvoll, mit möglichst anpassungsfähigem Swapping-Personal zu arbeiten, das flexibel auf Nachfragespitzen- oder tiefen reagieren kann.

Diese operativen Herausforderungen sind denen des On-Demand-Ridepoolings sehr ähnlich – Tatsächlich lassen sich unsere Erfahrungen im operativen Betrieb von On-Demand-Ridepooling gut auf Swapping übertragen. Und unsere On-Demand-Fahrer:innen können problemlos auch als Swapper:innen eingesetzt werden. Das beobachten wir vor allem beim Elektroroller-Sharing-Angebot „eddy“ der Stadtwerke Düsseldorf (SWD), für das wir seit Januar das Swapping betreiben.

Was alles zum Swapping in Düsseldorf dazugehört, erklären wir in diesem Blogbeitrag.

Die Flotte

Die eddy-Flotte der SWD ist ein Free-Floating-Modell und umfasst über 350 E-Roller. In jedem E-Roller sind zwei Akkus verbaut, die mit je 2,4 kWh eine Reichweite von insgesamt über 100 km schaffen. Kund:innen buchen die E-Roller über eine dazugehörige App und können sie sowohl innerhalb des Betriebsgebiets als auch außerhalb nutzen. Abstellen können sie die Roller ausschließlich innerhalb des Geschäftsgebiets.

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Unsere Swapper:innen

Für die eddy-Flotte sind bis zu sieben Swapper:innen im Einsatz. Viele von ihnen sind parallel dazu auch Fahrer:innen für unseren On-Demand-Service in Düsseldorf und empfinden das Swapping als willkommene Abwechslung zum Fahralltag. Doch nicht alle Fahrer:innen swappen: Denn mit 9kg Gewicht sind die Roller-Akkus schwer.

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Der Swapping-Prozess

Nach jeder Nutzung läuft der Akku eines E-Rollers runter. Das passiert so lange, bis dem Roller im Betriebssystem der Status „Swapping“ zugewiesen wird. Danach kann er von Kund:innen nicht mehr gebucht werden. Der Akkustand, bei dem ein E-Roller als „Swapping-bereit“ gilt, wird von uns aufgrund verschiedener Faktoren, wie Nachfrage und Jahreszeit festgelegt. Meist liegt er bei 10-15%, er kann sich aber auch dynamisch verhalten. Bei hoher Nachfrage setzen wir den Wert entsprechend höher, um sicherzustellen, dass nicht zu viele Roller gleichzeitig einen niedrigen Akkustand aufweisen und die Nachfrage durchgängig bedient werden kann. Wichtig ist, dass die Roller nie auf einen Akkustand von 0% runterlaufen.

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Sobald ein Roller den Status „Swapping“ hat, kommen unsere Swapper:innen ins Spiel. Genau wie die Fahrer:innen bei unseren On-Demand-Verkehren, arbeiten sie in Schichten. Am Anfang ihrer Schicht beladen sie ihr elektrisch angetriebenes Servicefahrzeug der SWD mit vollgeladenen Roller-Akkus. Die Servicefahrzeuge wurden von den Stadtwerken hierfür extra mit professionellen Transporteinbauten versehen, um das Swappen so ergonomisch wie möglich zu gestallten. Danach fahren sie zu den Rollern, die „geswapped“ werden müssen, und tauschen die Akkus aus. In ihrer Swapper-App können sie alle Status-Updates zu den Rollern einsehen und werden per GPS zu den jeweiligen Rollern geleitet. Ist ein Akku erfolgreich ausgetauscht, überprüfen ihn die Swapper:innen auf eventuelle Schäden und schalten ihn in der Swapper-App für die Kund:innen-Nutzung wieder frei. Falls der Roller Schäden aufweisen sollte, melden die Swapper:innen diesen in der App und markieren den Roller als abholbereit („pick-up“). Beschädigte Roller werden von den Swapper:innen in einer gesonderten Schicht einmal pro Woche abgeholt und zur Reparatur gebracht.

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Ein Gleichgewicht aus Swapping, Control, Pick-up und Relocation

Allein mit dem Swapping ist es aber nicht getan. In regelmäßigen Kontrolltouren prüfen Swapper:innen die Roller, bei denen von Kund:innen Probleme gemeldet wurden. Genauso müssen sie falsch geparkte Roller, die Wege oder private Ladeflächen versperren, in sogenannten „Relocation-Fahrten“ umpositionieren. Tatsächlich haben unsere Swapper:innen also vier Aufgaben: Neben dem eigentlichen Akku-Swapping machen sie Kontrolltouren, verteilen falsch geparkte Roller um, und bringen beschädigte Roller in Pick-up-Touren zur Reparatur. Unsere Disponent:innen unterstützen die Swapper:innen dabei und steuern die verschiedenen Arbeitsaufträge, sodass sie möglichst schnell und effizient erledigt werden. So stellen wir ein hohes Servicelevel sicher und erreichen vereinbarte Ziele – zum Beispiel einen festgelegten Prozentsatz der Flotte, der im Monatsdurchschnitt durchgängig verfügbar sein muss.

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Prozessmanagement und flexible Belegschaft als Schlüssel zum Swapping-Erfolg

Letztendlich ist es beim Swapping – ähnlich wie beim Lademanagement von On-Demand-Verkehren − oberstes Ziel, den Akkustand aller Fahrzeuge konstant zu halten. Dazu gehört einerseits ein effizientes Prozessmanagement: Alle involvierten operativen Prozesse müssen so koordiniert werden, dass sie möglichst nahtlos ineinandergreifen. Andererseits ist eine flexible Belegschaft für den effizienten Personaleinsatz von Vorteil: Unsere Fahrer:innen können, je nach ihren individuellen Skillsets und Bedürfnissen, flexibel auch als Swapper:innen eingesetzt werden.

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