Operative Herausforderungen für On-Demand Verkehre bewältigen

Operative Herausforderungen für On-Demand Verkehre bewältigen

12.02.2021

On-Demand Verkehre als ideale Ergänzung zum ÖPNV


In den letzten Jahren haben immer mehr Kommunen erkannt, dass On-Demand Verkehre die ideale Ergänzung zum öffentlichen Personennahverkehr sind. Viele kommunale Träger arbeiten daher bereits mit Unternehmen wie CleverShuttle zusammen, um gemeinsam den Verkehr zu reduzieren.

Damit eine solche Zusammenarbeit langfristig erfolgreich ist, müssen sowohl der Aufgabenträger, als auch KundInnen zufrieden sein mit dem erbrachten Service. Beide Gruppen bringen spezifische Erwartungen an On-Demand Verkehre mit: Fahrgäste legen Wert auf eine kurze Wartezeit und hohe Verfügbarkeit bei günstigen Preisen. Für Aufgabenträger spielt die Zufriedenheit der KundInnen eine wichtige Rolle. Zugleich sind auch Verkehrsleistung sowie Wirtschaftlichkeit des Angebots wichtige Standards, die es zu erfüllen gilt.

Der wichtigste Hebel, um alle diese Ziele zu erreichen, ist der operative Betrieb.

Clever Shuttle Partner ALLE

Herausforderungen: FahrerInnen, Fahrzeuge und Nachfrage

Im Aufbau eines On-Demand Verkehrs birgt besonders der operative Betrieb eine Vielzahl an Herausforderungen. Die Organisation von Schichten, der Einsatz von Fahrzeugen und deren Abstimmung auf die bestehende Nachfrage stehen häufig diametral zueinander und bedürfen einer koordinierten, routinierten und gleichzeitig maximal flexiblen Planung. So entfallen etwa 50 % aller Kosten im operativen Betrieb auf die Bezahlung der Fahrer, deren Einsatz hoch komplex zu planen ist. Während die Arbeitsbedingungen in einem durch Normen und Gesetze klar geregelten Rahmen feststehen, muss in der Schichtplanung die jeweils individuelle Lebenssituation berücksichtigt werden. So kann es beispielsweise sein, dass eine Fahrerin nur Nachtschichten übernehmen kann, während anderen FahrerInnen die Freiheit eingeräumt werden muss, Ihre Kinder nachmittags von der Kita abzuholen.

Investitionen in Fahrzeuge machen ca. 25 % der Gesamtkosten aus, wobei hierunter neben der Anschaffung auch Nebenkosten wie Stellplätze fallen. Die Anzahl an zu beschaffenden Autos muss dabei so aufgestellt sein, dass auch beim kurzfristigen Ausfall von Fahrzeugen ein Ersatz zur Verfügung steht und die Investitionskosten gleichzeitig im Rahmen bleiben. Im Betrieb selbst sollten Ausfälle von Fahrzeugen so gering wie möglich ausfallen, um Qualität und Dienstleistungslevel zu garantieren. Zugleich sollte in der Planung eines On-Demand Verkehrs immer bedacht werden, dass Vorfälle wie Unfälle oder Pannen im Betrieb unvermeidlich sind und zu spontanen Fahrzeugausfällen führen können. Es ist entscheidend über eine ausgewogene Anzahl an Autos zu verfügen: Einerseits müssen kurzfristige Ausfälle kompensiert werden können, andererseits sollte die Zahl von Backup-Fahrzeugen aufgrund der hohen Investitionskosten so gering wie möglich sein. Eine weitere Herausforderung, die sich vor allem bei der Planung des Einsatzes von E-Fahrzeugen ergibt, ist die Einflottungsdauer, die von der Bestellung bis zur Inbetriebnahme bis zu sieben Monate betragen kann. Umso wichtiger ist es, stets die aktuellsten Informationen zum Zustand der Flotte im System zu haben. Nur mit diesem hohen Verwaltungsaufwand kann gewährleistet werden, dass Reparaturen schnell durchgeführt und negative Auswirkungen auf die Flotteneinsatzplanung minimiert werden.

Wie diese Planungen konkret aussehen, hängt von der Nachfrage ab, die bei Bedarfsverkehren äußerst volatil ist und je nach Tageszeit oder Jahreszeit variiert. Beginnt es beispielsweise plötzlich zu regnen, steigt auch die Nachfrage an. Um das Servicelevel halten zu können, müssen dann im Zweifel spontan zusätzliche Fahrzeuge zur Verfügung stehen.

Die Nachfrage nach Bedarfsverkehren ist volatil​

Am Anfang steht eine detaillierte und flexible Planung

Der erste Schritt zur Bewältigung der beschriebenen Herausforderungen ist eine gute detaillierte und nachfrageorientierte Schichtplanung. Ein kosteneffizienter Betrieb bei hoher Kundenzufriedenheit ist nur möglich, wenn die Anzahl der Fahrzeuge und FahrerInnen auf die jeweilige Nachfrage ausgerichtet ist. So kann eine hohe Auslastung gewährleistet und parallel eine maximale Verfügbarkeit mit kurzen Wartezeiten sichergestellt werden. Aufgrund der volatilen Nachfrage ist dies allerdings nur mit verlässlichen Prognosen möglich, die anhand des Wetters oder saisonaler Trends getroffen werden und vor allem auf Daten und Erfahrungen aus dem Betrieb von On-Demand Verkehren basieren.

Fahrer und Fahrzeuge passgenau auf die Nachfrage auszurichten ist für einen erfolgreichen Betrieb essentiell​

Entspricht die Schichtplanung nicht der Nachfrage, kann das gravierende Folgen haben. Mit wenigen Fahrzeugen auf den Straßen können zwar Kosten eingespart werden, angesichts langer Wartezeiten sinkt jedoch die Kundenzufriedenheit. Zu viele Fahrzeuge im Einsatz haben hingegen den gegenteiligen Effekt.

Einsatzoptimierung: Vom guten Plan zur effizienten Umsetzung

Der nächste Schritt ist die effiziente Umsetzung der „guten“ Planung. Betrachtet man eine Schicht über acht Stunden, beginnt und endet diese mit einer sogenannten Rüstzeit. In dieser holt der Fahrer zum Beispiel den Schlüssel, reinigt das Fahrzeug und überprüft es auf Schäden. Da hier kein Fahrgast befördert werden kann, diese Zeit aber bezahlt werden muss, muss die Rüstzeit minimiert werden. Ähnliches gilt auch für die Anzahl der Unterbrechungen während einer Schicht. Bereits vor einer Unterbrechung oder dem Schichtende ist das Fahrzeug nicht mehr für Buchungen verfügbar, da es zum Stellplatz bewegt werden muss. Auch die gesetzliche unbezahlte Pausenzeit kann effizient, beispielsweise zum Zwischenladen, genutzt werden.

Schichtunterbrechungen gilt es auf ein Minimum zu reduzieren​

Erhöhen lässt sich die Produktivität des operativen Betriebs durch ein Zusammenspiel aus einer aktiven Steuerung und geschulten Mitarbeitern, die optimierte Prozesse und Tools zu nutzen wissen. So lassen sich die Rüstzeiten durch Tools wie schlüsselloses Öffnen reduzieren. Eine optimierte Pausenplanung und Lademangement minimieren die Anzahl der Unterbrechungen, sodass ein Fahrzeug fast durchgehend buchbar bleibt. Durch eine aktive Steuerung des Betriebes wird garantiert, dass auf unvorhergesehene Probleme schnell reagiert werden kann und die betriebliche Effizienz und die gewünschte Servicequalität erhalten bleiben.

Der Schlüssel zum Erfolg: Motiviertes Personal

Die Schlüsselrolle nimmt der/die FahrerIn als Gesicht des Unternehmens ein. Dabei gilt, dass motivierte zufriedene FahrerInnen besser arbeiten. Sie bieten dem Fahrgast eine bessere Dienstleistung, sind produktiver und seltener krank. Besonders wichtig für die Motivation der FahrerInnen sind klare Strukturen und Verbindlichkeit, die ihnen Planungssicherheit geben, wie zum Beispiel eine langfristige Schichtplanung. Einen weiteren wichtigen Motivationsfaktor stellt die Wertschätzung der Fahrer dar. Um sie möglichst hoch zu halten, sollten die FahrerInnen stets auf dem Laufenden gehalten werden über die Entwicklungen im Betrieb, im Unternehmen und zu neuen Produkten. So werden sie auch qualifiziert den Kunden Rede und Antwort stehen zu können und als kompetente Ansprechpartner wahrgenommen zu werden. Dazu ist auch eine intensive Schulung essenziell, durch die sie Prozesse verinnerlichen und Sicherheit gegenüber den Kunden ausstrahlen.

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