Fridays for Future: Demonstrieren für eine lebenswerte Zukunft.

Wir waren letzten Freitag auf der Fridays for Future Demonstration in Berlin. Zusammen mit Greta Thunberg und 25.000 weiteren Demonstranten haben wir uns für eine lebenswerte Zukunft stark gemacht. Es war laut. Es war bunt. Es gab Musik und ernste Worte. Die Botschaft: Klimaschutz geht uns alle an und die Zeit rennt uns davon.

Wir haben die Ereignisse des Tages in diesem Video festgehalten

Mehr als nur ein paar schwänzende Schüler und Studenten

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„Wir sind hier! Wir sind laut! Weil ihr uns die Zukunft klaut!“, hallte es durch die Straßen in Berlin Mitte. Es war die bisher größte Demo der Fridays for Future Bewegung in Deutschland. Unter den 25.000 Teilnehmenden sind schon längst nicht mehr nur Schüler und Studenten. Nach der Aussage von Christian Lindner, dass Klimaschutz nur was für Profis sei, haben sich mittlerweile über 26.800 Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz dieser Bewegung angeschlossen.


Unter dem Motto Scientists for Future unterzeichneten sie eine gemeinsame Stellungnahme zur Klimabewegung. „Wir sind die Profis und sagen: Die junge Generation hat Recht“, sagte Volker Quaschning, von der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin in Bezug auf die Äußerung des FDP- Chefs, wie RP-Online berichtete.

Die Schülerstreiks treffen nicht immer auf Verständnis

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Es gibt auch Gegenstimmen. So berichtete die Süddeutsche Zeitung, dass der Direktor des Münchner Wilhelm-Hausenstein-Gymnasiums, Wolfgang Hansjakob, zukünftig Bußgelder gegen Eltern verhängen will, deren Kinder freitags ab der dritten Stunde die Schule schwänzen. Bußgelder wegen Fridays for Future, das sei noch nicht dagewesen, heißt es von den Münchner Organisatoren der Demonstrationen. Selbst das Bildungsreferat, an dem die zuständige Bußgeldstelle angesiedelt ist, habe bisher noch nichts von diesen drastischen Schritten gehört. Es werte gerade das Vorgehen der städtischen Schulen aus und damit sei man noch nicht fertig. In der Vergangenheit aber seien selbst Verweise nur in wenigen Fällen ausgestellt worden.


Ein Vergleich: Würden die Mitarbeiter der BVG in Berlin am Sonntag streiken, wen würde es interessieren? Streik muss wehtun, damit er seine Wirkung entfalten kann. „Im Vergleich zur Klimakatastrophe ist die Schulpflicht unerheblich.“, sagte der Astrophysiker und Naturphilosoph Harald Lesch bei Anne Will am vergangenen Sonntag. Die lebhafte Debatte zeigt, dass die Rechnung der Demonstranten aufgeht.

Was fordern die Demonstranten?

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Eigentlich hatte sich die deutsche Regierung das Ziel gesetzt, die Treibhausgasemissionen in den Sektoren Energie, Verkehr, Industrie und Landwirtschaft bis 2020 um 40 % und bis 2030 um 55 - 60 % zu reduzieren. Bis 2050 solle sogar Treibhausgasneutralität erreicht werden. Diese Ziele stehen im Einklang mit dem Pariser-Klimaschutzabkommen. Im Jahr 2015 haben sich Vertreter aus fast 200 Nationen darauf geeinigt, die Erderwärmung bis 2030 auf unter 2,0 Grad zu begrenzen.


Stand heute ist, dass Deutschland dieses Ziel mit einer Reduzierung von 32 % bis 2020 klar verfehlt. Umso mehr sorgte die Entscheidung der Kohle-Kommission, den Kohleausstieg erst bis zum Jahr 2038 vollständig zu vollziehen, bei Umweltschützern für Unmut. Die deutschen Braun- und Steinkohlekraftwerke produzieren 40 Prozent des deutschen Stroms – sind aber für 80 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Eine wichtige Forderung der Demonstranten ist daher der vorzeitige Kohleausstieg.


Auch der Verkehrssektor hinkt den selbstgesteckten Zielen weit hinterher. So haben die Treibhausgasemissionen gegenüber 1990 gerade mal um 0,8 % abgenommen. Dabei war das Ziel, bis 2020 eine Abnahme von 40 % zu erreichen. Der Versuch des Verkehrsministers, die bereits beschlossenen Grenzwerte für Stickstoffdioxid in der Luft von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft auf 50 µg/m3 zu erhöhen, sendete die falschen Signale. Die EU-Kommission lehnte diesen Vorstoß klar ab.

Maximal 1,5 Grad Erwärmung bis 2030 muss das neue Ziel sein

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Im Oktober 2018 veröffentlichte der Weltklimarat (IPCC) einen 400-seitigen Sonderbericht zur Erderwärmung. Er stellt unmissverständlich dar, welche positiven Auswirkungen eine Erwärmung bis maximal 1,5 Grad statt der damals beschlossenen 2,0 Grad hätte:


► Nur halb so viele Menschen würden unter Wassermangel leiden.


► Es würde weniger Hitzetote geben. Auch an Smog und Infektionskrankheiten würden weniger Menschen sterben.


► Der Meeresspiegel würde um fast zehn Zentimeter weniger ansteigen.

► Nur halb so viele Wirbeltiere und Pflanzen würden den Großteil ihres Lebensraums einbüßen.


► Generell würde es deutlich weniger Hitzewellen, Starkregen und Dürren geben.


► Es könnte verhindert werden, dass die Eisdecke der westlichen Antarktis in eine unaufhaltsame Schmelze gerät.


► Eine Reduzierung der Erwärmung auf insgesamt 1,5 Grad könnte gerade genug sein, damit die meisten Korallenriffe der Welt nicht absterben.


Bereits 1990 hatte der IPCC vor Migration als Folge des Klimawandels gewarnt. Bei der fortschreitenden Erwärmung sei bis zum Jahr 2050 mit bis zu 250 Millionen Klimaflüchtlingen zu rechnen. Zum Vergleich: Durch den Syrienkonflikt sind rund 6,3 Millionen Menschen auf der Flucht. Diese deutlich kleinere Zahl hat die EU schon vor große Herausforderungen gestellt. Es besteht also heute schon dringender Handlungsbedarf. Und genau darauf zielen die Fridays for Future Demonstrationen ab. Hier gehen die Generationen auf die Straße, die direkt von den Konsequenzen der halbherzigen Klimapolitik betroffen sein werden.

Wie engagiert sich CleverShuttle für den Klimaschutz?

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Unsere emissionsfreien Shuttles tragen bereits einen wichtigen Teil zur Verkehrswende bei. Das allein reicht uns aber nicht. Deshalb sind wir vergangenen Freitag auch auf die Straße gegangen und haben Seedbombs (Samenbomben) verteilt. Mit unserer Aktion „Seedbombs für mehr Insekten“ setzen wir ein symbolisches Zeichen gegen das Insektensterben. Seedbombs sind kleine Kugeln aus Erde und Samen, die auf eine Grünfläche geworfen werden, damit dort Wildblumen wachsen.


Immerhin ist in manchen Regionen Deutschlands der natürliche Insektenbestand um bis zu 80 % zurückgegangen. Auch diese Entwicklung bereitet vielen Umweltschützern Sorgen. „Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben.“, sagte Albert Einstein einmal.

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Um unser Klima-Engagement weiter zu vertiefen, hat CleverShuttle am 22.03.2019 die Stellungnahme der “Entrepreneurs for Future” unterzeichnet. Die Initiative wurde von den Organisatoren der Fridays for Future Bewegung ins Leben gerufen, um Unternehmen dazu aufzurufen, Klimaschutz aktiv umzusetzen. In dieser Stellungnahme geht es um folgende Punkte:


1. Eine wirksame und planbar steigende CO2-Bepreisung für alle Sektoren.

2. Beschleunigung der Energiewende durch schnellen Kohleausstieg, Umsetzung einer 100% Erneuerbaren Energien Strategie, Verankerung von Efficiency First, Steuerförderung für Gebäudesanierungen und ambitioniertem Gebäude­energiegesetz.

3. Divestment und Abschaffung klimaschädlicher Subventionen bis zum Jahr 2025.

4. Mobilitätswende mit Fokus auf effizienter Ausnutzung der Verkehrsmittel, öffentlichem Verkehr, geteilten Verkehrsmitteln, Kerosinsteuer sowie CO2-freie Antriebssysteme.

5. Agrar- und Ernährungswende mit Maßnahmen wie der Ausdehnung einer ökologischen Landwirtschaft und Subventionen, die in Einklang mit den Klimaschutzzielen stehen.

6. Stärkung der Kreislaufwirtschaft durch Fest- und Durchsetzung von Rücknahme-, Recycling-, Wieder­verwertungs­quoten.

7. Aufbau eines Klima-Innovationsfonds für etablierte Unternehmen und Startups, die innovative Lösungen für die Steuerung/der Klimakrise realisieren.

8. Ein ambitioniertes Klimaschutzgesetz, das eine dekarbonisierte Wirtschaft im Einklang mit dem in Paris vereinbarten 1,5°C Ziel erreicht.


Natürlich muss sich auch jeder selbst fragen, was er zum Klimaschutz beitragen kann. Ein nachhaltigeres Konsumverhalten kann hierbei schon einen großen Beitrag leisten. Muss es das 10. Paar Schuhe sein? Muss es jeden Tag Fleisch sein? Muss es in der Stadt ein eigenes Auto sein? Fragen, mit denen wir uns auseinandersetzen müssen. Denn immerhin leben wir alle auf demselben Planeten. Einen Plan(eten) B gibt es nicht.

Wie entstand Fridays for Future?

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Ihren Anfang nahm die Bewegung im August 2018 in Schweden. Die damals noch 15-jährige Greta Thunberg (im Bild mittig) setzte sich bis zu den Parlamentswahlen im September jeden Tag vor das Parlament in Stockholm und streikte für das Klima. Neben ihrer Schultasche hatte sie immer das gleiche Schild dabei: „SKOLSTREJK FÖR KLIMATET (Schulstreik fürs Klima)“. Nach den Wahlen beschränkte sie ihren Streik auf Freitage. Erst als bei einer Klimakonferenz im polnischen Kattowitz keine Ergebnisse erzielt wurden, rief die schwedische Umweltaktivistin zu weltweiten Schulstreiks für das Klima auf. Die Fridays for Future Bewegung war geboren.